Und da neigt sich das Semester auch schon wieder dem Ende. “Present yourself! – Identität 2.0 durch E-Portfolios” lautete die allgemeine Laufrichtung unseres Forschungsseminars und im Speziellen begleitete uns das Thema “Anwendungsbereiche bei E-Portfolios”.
In der einführenden Recherche habe ich mich den beiden Themen “Anwendungskontext Lernalltag in Schule und Studium” sowie “Geschäftsmodelle bei E-Portfolios” gewidmet. Zum einen war es spannend zu erfahren, wie man selbst E-Portfolios im Studium verwenden kann oder sollte
, beziehungsweise welche Konzepte in diesem Bereich verfolgt werden. Zum anderen interessierten mich von Beginn an die ökonomischen Aspekte der Nutzung von E-Portfolios.
Bei der Auswertung der Leitfadeninterviews übernahm ich zwei Fragen zum Unternehmenskontext (inkl. Geschäftsmodelle). Im Folgenden möchte ich kurz und unkommentiert die Ergebnisse diesbezüglich wiedergeben. Mehr gibt es dazu im AMWiki.
- Im Unternehmenskontext werden E-Portfolios als Instrumente zum Wissenstransfer, zur Identifikation von Wissensträgern sowie zur eigenen (Kompetenz-)Entwicklung verwendet.
- E-Portfolios finden insbesondere in wissensintensiven Unternehmen Verwendung und bieten dort Möglichkeiten der Vernetzung zwischen den Mitarbeitern, nicht nur im Hinblick auf deren Expertise/ Wissen, sondern auch als Mittel der (virtuellen) Zusammenführung.
- E-Portfolio-Software wird von Institutionen des öffentlichen Dienstes, privaten Anbietern und Anbietern von Open Source-Lösungen vertrieben, die verschiedene nutzerorientierte Geschäftsmodelle verfolgen.
Von den Mehrwerten der E-Portfolio-Arbeit wurde ich durchaus überzeugt, auch einen Überblick über die Forschungslandschaft und der dazu forschenden Wissenschaftler konnten wir uns recht zügig erarbeiten. Ein zentrales Problem stellt für mich jedoch die Portabilität von E-Portfolios dar. Sollen diese wirklich einen Beitrag zum lebenslangen Lernen leisten, müssen die Inhalte leicht zu im-/exportieren sein. Darüber hinaus müssen E-Portfolios natürlich im Besitz des Lernenden sein.
Die angesprochene Problematik ist weitestgehend noch ungelöst. Hinzu kommt die noch mangelnde Verbreitung des E-Portfolio-Einsatzes. Unsere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass sich der Einsatz in den verschiedensten Kontexten als ergänzende Methode lohnen kann. Die Lösungen müssen jedoch genau auf den jeweiligen Anwendungsbereich zugeschnitten werden können. Diesen Anspruch erfüllen jedoch die meisten Anbieter von E-Portfolio-Lösungen durch eine weitestgehend nutzerorientierte Entwicklung. Was fehlt dann? Anscheinend die Überzeugung, dass E-Portfolios eben nicht nur ein neuer Streich des Web 2.0 sind, sondern einen wertvollen Beitrag zum lebenslangen Lernen leisten können und zudem eine sinnvolle (und lernfördernde) Vernetzung ermöglichen.
Im Zentrum der E-Portfolio-Arbeit steht weiterhin die Reflexion des eigenen Lernprozesses, die hiermit erfolgt ist.

Und wie es sich als Experte für E-Portfolios gehört, hat Herr Mag. Himpsl auch eine eigene Präsenz im Web.